DIACHRONE KOMPOSITIONELLE INTERTEXTUALITÄT IN DEN MEDIENTEXTEN ZUR MIGRATIONSPOLITIK
<p>Die Migrationspolitik ist ein aktuelles globales Thema. Darüber wird dauernd geschrieben und<br />diskutiert und zwar in verschiedenen Medien (Zeitungen, Radio, Fernsehen, elektronische Medien) und<br />durch verschiedene Textsorten (Nachricht, Kommentar, Interview, Feuilleton, Reportage, Blog usw.).<br />Es besteht eine unzählige Menge von Texten zu diesem Thema, die nicht selbständig betrachtet werden<br />können, sondern sie stehen in einem übergreifenden Kontext eingebettet und es werden Bezüge von<br />einem Text zu dem anderen aufgebaut. Diese Eigenschaft, dass ein Text in Bezug auf einen anderen<br />Text entsteht, nennt man in der einschlägigen Literatur Intertextualität, die im vorliegenden Beitragt<br />untersucht wird. Dazu kommt die diachrone kompositionelle Betrachtungsweise der Intertextualität,<br />wobei ein älterer Text oder eine Textstelle aus einem Prätext in eine neue Situation eingebettet wird<br />und ergibt dort einen neuen Sinn. So entstehen immer wieder neue Texte, bei denen die Textumgebung<br />und Kommunikationssituation miteinander interagieren. Im Beitrag wird mit Hilfe des analytischen<br />Instrumentariums der Intertextualität untersucht, wie die Texte beim Verstehen seitens der Rezipienten<br />einen neuen Kontext erhalten. In der sogenannten intertextuellen Kette der gewählten Medientexte zur<br />Migrationspolitik steht das Bewerten von Personen, Sachverhalten, Ereignissen, über die berichtet<br />wird, als zentraler Aspekt in der Rekontextualisierung der einzelnen Texte. Dadurch stellt sich heraus,<br />dass Bewertungen oft durch die Textkette d.h. Textgeschichte hindurch weitergegeben werden, ohne<br />dass dies im aktuellen Text am Ende der Kette noch erkennbar wäre.</p>