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Ingeborg Jandl, Weder Held, Svetlana Aleksievič, Faruk Šehič, Andrej Gelasimov
0 10. 8. 2020.

Weder Held noch Opfer: Trauma, Identität und die gesellschaftliche Position von Kriegsheimkehrern bei Svetlana Aleksievič, Faruk Šehić und Andrej Gelasimov

Die Rollen von Opfer und Täter*in werden obsolet, wenn sie durch dieselbe Person verkörpert sind. Im Falle von Kriegsheimkehrern ist dies in unterschiedlicher Weise stets der Fall, da diese zum einen aktiv am Krieg partizipiert und zum anderen selbst physisches sowie psychisches Leid erlitten haben. Über beides wird am häufigsten anhand der Rollenzu schreibung des Helden hinweg-getäuscht, die diesen Widerspruch zu tilgen scheint, indem sie sowohl die Täteridentität als auch die menschliche Schwäche traumatisch Gebrochener relativiert und positiv umdeutet. Im Folgenden werden Texte von Svetlana Aleksievič, Andrej Gelasimov und Faruk Šehić behandelt, die mit dieser Tradition brechen, indem sie schwache, durch die Kriege in Afghanistan, Tschetschenien und Jugoslawien traumatisierte Persönlichkeiten aus der Innenperspektive zeigen: Die Beispiele verwehren sich einer klaren Festlegung sowohl auf Opfer- als auch auf Täter- oder Heldennarra-tive, da es zu allen Anknüpfungspunkte zu geben scheint, die sich wechselseitig konterkarieren. Dabei liegen jeweils auch wertende Außenperspektiven auf die Zusammenhänge zwischen Individuum und Krieg vor. Kriegstrauma, Kriegsidentität und Erinnerungskultur sind jene drei Paradigmen, anhand derer im vorliegenden

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